Interview Usinger Anzeiger 25. September 2020

Wie schwer fällt Ihnen der Wahlkampf in der Zeit der Pandemie?

Der Wahlkampf in Zeiten der Pandemie ist nicht schwerer, sondern anders. Und darauf habe ich mich eingestellt. Ich informiere die Bürgerinnen und Bürger mit Broschüren in den Briefkästen und in den Sozialen Medien auf meiner Facebook Seite und auf Instagram.

Da große Veranstaltungen ausfallen, setze ich eher auf viele individuelle Gespräche, zum Beispiel am „Gartenzaun“ und an der frischen Luft mit genügend Abstand. Meine „Frischer Wind“ Tour durch alle 9 Ortsteile ist bewusst auf den September gelegt: Das ist gut, denn alle fühlen sich zu dieser Jahreszeit und in dieser Situation eher bei Veranstaltungen im Freien wohl. Es freut mich, dass so viele Menschen der Einladung folgen und die Gespräche sind durchweg positiv.

Wo treten besondere Probleme auf?

Für mich ist das eher eine Herausforderung, auf die man sich einstellen muss. Und man hat ja auch die Verantwortung für eine solche Veranstaltung. Gute Vorbereitung, hygienische und rechtliche Vorgaben einzuhalten, gute Rahmenbedingungen schaffen, darum dreht es sich. Einige Dinge fallen natürlich weg. Zum Beispiel Lebensmittel Aktionen an den Haustüren sind in Zeiten der Pandemie einfach mit Vorsicht zu genießen. Ich hoffe, es kommt keiner auf die Idee, in dieser Zeit Brötchen zu verteilen.

Und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind natürlich einzuhalten. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mich gefragt: „Julia, warum versendest Du oder Dein Wahlkampfteam eigentlich keine Wahlwerbung und Informationen per E-Mail?“ Die Antwort ist einfach, nach dem Gesetz sind Verbraucher dagegen geschützt, unaufgefordert Mails zu erhalten. Allein das Öffnen und Anschauen kostet wertvolle Zeit und vielen Menschen finden das unangenehm. Auch strenge Datenschutzrechtliche Aspekte sind hier zu beachten.

Besser finde ich es, aktiv online zu informieren. Wer möchte, kann das auf meiner Webseite www.julia-kruegers.de tun. Hier gibt es immer aktuelle Informationen. Und zwar dann, wenn die Menschen es möchten.

Haben Sie den Eindruck, die Menschen wirklich erreichen zu können?

Ja, das habe ich. Dabei hilft mir, dass ich schon seit Jahren in Schmitten aktiv für Mitbürgerinnen und Mitbürgern aktiv und ehrenamtlich tätig bin. Wichtig ist, dass die Menschen spüren, dass man wirklich etwas verändern möchte. Dass man etwas bewegen möchte und auch die notwendigen Fähigkeiten dazu hat. In meiner Rolle als Bürgermeisterin werde ich das tun, was ich schon immer als authentisch empfunden haben. Ich werde auf Menschen zugehen, den Menschen zuhören und ihnen mit Freundlichkeit und Respekt begegnen. Dann erreicht man viele Menschen und man kann sie sogar begeistern.

Welche Themen kommen besonders gut an?

Aktuelle Themen sind die Sicherstellung der Wasserversorgung bevor überhaupt über neue Baugebiete nachgedacht werden kann. Infrastruktur und Einwohnerzahl müssen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Wir brauchen weiterhin ein schnelles und stabiles Internet in allen Ortsteilen, das ist wichtig für unser Gewerbe, für die privaten Haushalte und unsere jungen Menschen werden sich besonders darüber freuen. Hier mit den Netzbetreibern aktiv zusammenzuarbeiten hat für mich hohe Priorität.

Junge Eltern und Familien vertrauen darauf, dass die Kinderbetreuung in Zukunft gesichert ist und unsere Grundschulen vor Ort gut ausgestattet sind. Die Sicherstellung der Mobilität ist ebenfalls ein großes Anliegen, Taktung und Anschluss ÖPNV sind dringend zu optimieren. Vor allem in den Ortsdurchfahrten sind Verkehr und Parkmöglichkeiten zu überprüfen, Lärm ist zu reduzieren und die Sicherheit für alle zu gewährleisten. Alle eint der Wunsch, dass wir mittel- und langfristig mehr aus unserer Gemeinde machen, den Luftkurort weiterentwickeln und innovatives Gewerbe und den Tourismus fördern. Denn, es gibt große Themen anzugehen und wir müssen neue Einnahmequellen für die Gemeinde erschließen, damit Schmitten bezahlbar bleibt.

Wie fallen die Rückmeldungen der Menschen aus?

Sehr positiv. Ich spüre, die Bürgerinnen und Bürger haben Vertrauen in mich als Person und in mein Programm. Das freut mich sehr. Dabei hilft, dass viele gern eine Veränderung wünschen. Sie stimmen mir zu, dass es darum geht in die Zukunft zu schauen und endlich mehr Gemeinsamkeit hier in Schmitten zu schaffen. Und an dieser Stelle möchte ich es auch nochmals ganz deutlich sagen: Ich stehe bereit eine, zwei oder sogar drei Amtszeiten hier in Schmitten Bürgermeisterin zu sein, um nachhaltig etwas für unsere Gemeinde zu bewegen. Schmitten ist für mich meine Heimat. Privat und in Zukunft auch beruflich.

Erreichen Sie tatsächlich alle Wählergruppen, oder bewegen Sie sich doch mehr unter dem eigenen Klientel?

Eine entscheidende Frage und eine klare Antwort einer Schmittenerin, die mir gratuliert hat mit den Worten: „Sie sind die Kandidatin, die das Talent, die meisten Menschen zu vereinen“. Ich spüre diese Zustimmung von allen Seiten. Ich bin Kandidatin der CDU, werde aber mittlerweile von einer Mehrheit aus Bündnis 90/Die Grünen, Bürgerliste Neue offene Wählergemeinschaft Schmitten (b-now) und Unabhängiger Bürgerblock Schmitten (UBB) unterstützt. Und das Schöne ist, dass sich auch Menschen, die in einer anderen Wahl zu SPD, FDP und FWG tendieren, bei der Bürgermeisterwahl sagen: „Die Julia Krügers kann ich mir gut als Bürgermeisterin vorstellen. Sie hat bereits bewiesen, sie ist für alle da.“

Wie bringen Sie Wahlkampf und Beruf unter einen Hut?
Das ist für mich nichts Neues. Ich bin seit vielen Jahren in der Gemeinde ehrenamtlich engagiert in Vereinen und in der Gemeindevertretung. Von daher bin ich das gewöhnt. Und es ist mir immer schon gut gelungen. Aktuell hilft natürlich, dass ich, wie viele andere auch, 100% aus dem Home-Office arbeite, Geschäftsreisen seit März gänzlich abgesagt sind (alles per Videokonferenz) und ich meine Zeiten mit meinem Arbeitgeber abgesprochen habe. Dazu habe ich natürlich auch Urlaub genommen. So gelingt es mir bislang gut, Wahlkampf, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen.

Wie bringen Sie Wahlkampf und Familie unter einen Hut?

Zugegeben, das ist herausfordernd. Unsere Anna studiert in Düsseldorf, bei einigen Wahlkampfterminen in Schmitten ist sie aber dabei. Mein Mann unterstützt mich tatkräftig in meinem Team. Die übrige Familie und Verwandtschaft, allen voran meine Mutter, sehe ich aktuell leider nicht so oft und im ersten Halbjahr mussten wir Pandemie-bedingt Abstand halten. Aber es tut gut zu wissen, dass alle hinter mir stehen und mich unterstützen. Das gibt mir viel Energie!

Können Sie im Wahlkampfmodus Ihre Hobbys noch pflegen?

(lacht) Ja, denn mein „Hobby“ und meine Leidenschaft war immer schon Schmitten. Meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in all den Jahren haben in mir überhaupt erst den tiefen Wunsch geweckt, Bürgermeisterin in unserer schönen Gemeinde zu werden. Das politische und soziale Engagement hat mich verändert. Klar, dass ich auch aktuell noch als Grüne Dame im Seniorenzentrum AGO in Schmitten aktiv tätig bin. Mich hat auch gefreut, dass bei vielen Familien die ehrenamtliche „Ferien Initiative 2020“ und das Autokino so gut angekommen ist.

Wird es einen „Endspurt“ geben und wie wird der aussehen?

Derzeit läuft meine Tour durch die Ortsteile – die nächsten Stationen sind Seelenberg, Hegewiese und Arnoldshain. Darüber hinaus setzte ich meine individuellen Gespräche und Besuche fort. Hier werde ich verstärkt auch Unternehmen besuchen, mit Gewerbetreibenden und mit Akteuren aus dem Gesundheitssektor sprechen. Eine Herbstwanderung ist in Planung. Und es gibt noch einige Ideen für mein Motto: „Frischer Wind für Schmitten“

« Landrat und Oberbürgermeister unterstützen Julia Krügers Die Medizinische Nahversorgung in Schmitten sichern »